WCC 02Der Cardinganshire Welsh Corgi - kurz Cardigan Corgi genannt - ist unter den acht von unserem Club betreuten britischen Hüte- hunderassen sicherlich eine der ältesten und vielleicht auch die vielseitigste Rasse. Schon in keltischer Zeit soll er in den Bergen von Wales als Viehhund gelebt und gearbeitet haben. Er stammt aus der westlichen Grafschaft Cardiganshire, von der er seinen Namen hat. Im 10. Jahrhundert soll er in den Gesetzen des berühmten Herzogs „Howell the Good“ erwähnt worden sein.

Sein Wert war dem eines Stieres gleich. Wer ihn stahl oder tötete wurde schwer bestraft. Durch die weiteren Jahrhunderte hindurch war der Corgi bis in die Neuzeit hin- ein der unersetzbare Hüte- und Treibhund der Waliser Bauern. Er bewachte das Vieh in den einsamen abgelegenen Bergen und hinderte es durch Fesselkniffe („Heelen“) daran, fremdes Gebiet zu betreten. Vor allem aber trieb er Rinder und Ponys zu den oft weit entfernten Viehmärkten, sogar bis London. Schließlich war er unschätzbarer Wächter über Haus und Hof, dem man Jungvieh und auch die eigenen Kinder anvertraute. Sogar zur Jagd auf Klein- und Vogelwild wurde er benutzt. 

ieser vielseitige kleine Hund wurde früher nur auf seine Charaktereigenschaften und nicht auf Schönheit oder Rassereinheit ge- züchtet. Mut, Intelligenz, Geschicklichkeit und Wachsamkeit waren wichtig. Dazu mußte der Corgi robust, gesund und genügsam sein. Erst Ende des vorigen Jahrhunderts wurden Corgis (damals noch „Cur“ = kleiner Arbeitshund genannt) auf den sogenannten „agricultural shows“ vorgeführt. 

Bis in die zweite Hälfte der zwanziger Jahre letzten Jahrhunderts kreuzte man Pembroke und Cardigan Corgis oft durcheinander. 1925 wurden beide Arten gemeinsam als „Corgis“ im Kennel Club registriert. 1926 wurde die englische Cardigan Welsh Corgi Association gegründet, aber erst ab 1934 erkannte der Kennel Club beide Arten als verschiedene Rassen. Der Cardigan Corgi blieb von Anfang an bis heute in seiner Bekanntheit hinter dem Pembroke Corgi zurück. Das lag nicht zuletzt daran, daß das englische Königshaus sich schon 1936 dem Pembroke Corgi verschrieb. Dennoch hatte der Cardigan Corgi immer einen- wenn auch kleinen - Kreis von enthusiastischen Anhängern und engagierten Züchtern. So ist es bis heute in Großbritannien geblieben. 

Auf dem Kontinent blieb der Cardigan Corgi noch lange unbekannt. Zuerst importierten die Niederlande Anfang der fünfziger Jahre einige englische Hunde. Der erste Wurf wurde 1955 registriert. In den sechziger Jahren entwickelte sich die niederländische Cardigan Corgi Zucht zur führenden Zucht auf dem Festland. 1971 begannen die Dänen Cardigan Corgis zu züchten. Die Grundlage ihrer Zucht waren niederländische Hunde. Auch unsere Zucht wurde von Anfang an bis heute sehr stark durch holländische Hunde beeinflußt. Im Vergleich zu den anderen britischen Hütehunderassen ist der Cardigan Corgi wenig verbreitet. Trotz seiner vielen guten Eigenschaften und seiner handlichen Größe hat er immer noch eine vergleichbar kleine Zahl von Anhängern. Das liegt vielleicht daran, daß er nicht dem berühmten „Kindchenschema“ entspricht und auch nicht zu den beliebten „Wuschelhunden“ gehört. 

So ist das Züchten von Corgis bis heute nicht einfach gewesen. Die Welpen ließen sich nicht immer leicht plazieren, und bei den oft großen Würfen mußte man damit rechnen, einzelne Welpen monatelang behalten zu müssen. 

So hat ein Teil der Züchter bald wieder aufgegeben und nur einige haben unbeirrt weiter gezüchtet. Sie haben sich ihrer Rasse ganz und gar verschrieben und nehmen alle Schwierigkeiten in Kauf. Sie sind glücklich darüber, daß der Corgi kein Modehund ist und hoffentlich auch nie werden wird, daß aber diejenigen, die sich für den Kauf eines Cardigan Corgis entschieden haben, begeistert von die- sem intelligenten, vielseitigen und fröhlichen Kameraden sind.

 

WCC 01

 

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OES 01Rassestandard Old English Sheepdog (Bobtail)

FCI-Standard-Nr. 16 vom 05.02.2011 /DE
Ursprungsland: Großbritannien

Übersetzung: Frau Patricia Hubert und Herr J.Pilz. Überarbeitet von Herrn W. Schicker. Überarbeitet und ergänzt, Christina Bailey / Originale Version (EN) 

Ursprung: Großbritannien. 

Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards: 13.10.2010. 

Verwendung: Schäferhund. 

Klassifikation FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung. 

Allgemeines Erscheinungsbild: Kräftiger, quadratisch aussehender Hund, sehr symmetrisch, Gesundheit und Leistungsfähigkeit zeigend. Auf keinen Fall hochläufig, überall üppig behaart. Ein untersetzter, muskulöser, robuster Hund mit höchst intelligentem Ausdruck. Die natürliche äußere Linie sollte weder durch Scheren noch durch Schneiden künstlich verändert werden. Mit großer Ausdauer ausgestattet, eine sanft ansteigende Rückenlinie aufzeigend, mit einem – von oben gesehen- birnenförmigen Körper. Im normalen Gang oder im Passgang ist ein Rollen typisch für die Bewegung. Sein Bellen ist an einem speziellen Tonfall erkennbar. 

Wichtige Proportionen: Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie. Der Kopf ist in Proportion zu der Größe des Körpers. Der Fang ist ungefährt halb so lang wie die Gesamtlänge des Kopfes. 

Verhalten /Charakter (Wesen): Ein anpassungsfähiger Hund mit ausgeglichenem Wesen, kühn, treu und zuverlässig, ohne jegliches Zeichen von Nervosität oder unbegründeter Aggressivität. 

Kopf:

Oberkopf

  • Schädel: Geräumig, ziemlich quadratisch ; oberhalb der Augen gut gewölbt.
  • Stop: Deutlich ausgeprägt.

Gesichtsschädel

  • Nasenschwamm: Groß und schwarz, mit großen Nasenlöchern.
  • Fang: Kräftig, quadratisch und wie abgeschnitten.
  • Kiefer/Zähne: Kräftige, große und gleichmäßig stehende Zähne.
  • Scherengebiss: Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, d.h. dass die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss zulässig, aber unerwünscht.
  • Augen: Gut auseinander stehend, dunkel oder „Wall-Eyes“ (Glasaugen). Zwei blaue Augen sind akzeptabel. Helle Augen sind unerwünscht. Pigmentierung der Lidränder wird bevorzugt.
  • Ohren: Klein und flach an den Seiten des Kopfes anliegend getragen.

Hals: Ziemlich lang, kräftig, anmutig, würdevoll gewölbt. 

Körper: Ziemlich kurz und kompakt.

  • Lendenpartie: Sehr kräftig, breit und leicht gewölbt.
  • Brust: Tief und geräumig, mit gut gewölbten Rippen.

Rute: Früher üblicherweise kupiert oder angeborene Stummelrute.

  • Kupiert: Üblicherweise vollständig kupiert.
  • Unkupiert: Natürlich getragen. Gut befedert mit reichlich Haar von harter Textur.

Gliedmaßen

Vorderhand: Absolut gerade Vorderläufe von kräftiger Knochensubstanz, den Körper stabil tragend.

  • Schultern: Sie sollten gut zurückliegen und am Widerrist enger zusammen stehen als an den Schultergelenken. Überladene Schultern sind unerwünscht.
  • Ellenbogen: Liegen dicht am Brustkorb an.
  • Unterarm: Absolut gerade Vorderläufe mit kräftiger Knochensubstanz, den Körper stabil tragend.
  • Vorderpfoten: Schmal, rund und geschlossen. Zehen gut gewölbt. Ballen dick und hart, weder ein- noch ausdrehend.

Hinterhand: Allgemeines Erscheinungsbild: Die Hinterhand ist gut mit Haar bedeckt, gerundet und muskulös.

  • Kniegelenk: Gut gewinkelt, aber nicht übertrieben.
  • Unterschenkel: Lang und gut entwickelt.
  • Sprunggelenk: Tief angesetzt.
  • Metatarsus (Hintermittelfuß): Von hinten gesehen parallel stehend. 
  • Hinterpfoten: Schmal, rund und geschlossen. Zehen gut gewölbt. Ballen dick und hart, weder ein- noch ausdrehend.

Gangwerk:

Der Bobtail entwickelt im Schritt ein bärenhaftes Rollen aus der Hinterhand. Im Trab zeigt er mühelose Streckung mit sehr kräftigem Schub, wobei sich die Läufe geradeaus in der Laufrichtung bewegen. Sehr elastischer Galopp. Bei langsamer Geschwindigkeit neigen einige Hunde zum Passgang. In der Bewegung kann der Kopf in einer natürlichen tieferen Haltung getragen werden. 

Haarkleid:

Haar: Reichlich, von guter, harter Struktur. Nicht gerade, sondern zottig und ohne Locken. Die Unterwolle bildet einen wasserdichten Flor. Kopf und Schädel gut mit Haar bedeckt, die Ohren sind mäßig behaart, Hals gut, Vorderläufe rundum stark behaart. Die Hinterläufe sind stärker behaart als der Rest des Körpers. Qualität und Textur sind wichtiger als die Länge und Haarmenge. 

Farbe: Jede Schattierung von grau, „grizzle“ oder blau. Körper und Hinterläufe sind durchgehend einfarbig, mit oder ohne weiße „Socken“. Weiße Flecken im sonst einfarbigen Haarkleid sollten nicht gefördert werden. Kopf, Hals Vorderhand und Unterbauch sollten weiß, mit oder ohne Flecken sein. Jeder Anflug von Braun ist unerwünscht. 

Größe: Widerristhöhe: 

für Rüden 61 cm und größer, 

für Hündinnen 56 cm und größer. 

Typ und Symmetrie sind von größter Bedeutung und dürfen unter keinen Umständen nur der Größe wegen geopfert werden. 

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes und seine Fähigkeit die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen zu beachten ist. 

Disqualifizierende Fehler:

  • Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

OES 03Der Old English Sheepdog, bei uns eher unter dem Namen Bobtail bekannt, ist eine alte englische Hütehunderasse, die früher von Schäfern zur Arbeit an der Herde gehalten wurde. Ihre ursprüngliche Aufgabe war es, das Vieh zu den Märkten zu treiben, dennoch waren sie durch ihren natürlichen Instinkt auch gute Beschüt- zer ihrer Herde. Ihr dichtes und festes Haarkleid machte sie unempfindlich für die Arbeit unter freiem Himmel. Erstmals in Schriften erwähnt wurde die Rasse Anfang des 18. Jahrhunderts, das als ältestes bekannte Gemälde, welches ein Exemplar dieser Rasse zeigt, stammt von Gainsborough und ist datiert aus dem Jahr 1771.

Gesundheit

Glücklicherweise sind schwere Erkrankungen in dieser Rasse selten. Die gefürchtete Geisel aller großen Hunderassen, die Hüftgelenksdysplasie, ist weitestgehend zurückgedrängt, kommt aber gelegentlich immer mal wieder vor. Auch erbliche Augenerkrankungen werden durch Untersuchungspflichten rigoros bekämpft, so dass die Rasse auch heute am Rande des 21. Jahrhunderts weitgehend gesund und ursprünglich erhalten geblieben ist.

Verwendung

Heute wird der Bobtail nur noch sehr selten zur Arbeit an der Herde eingesetzt, sondern vorwiegend als Familienhund gehalten. Dennoch hat er seine ursprünglichen Hüteeigenschaften nicht verloren. 

Seit der ersten Ausstellung im vorigen Jahrhundert, ist die Rasse von den Ausstellungen nicht mehr wegzudenken. Aber nicht nur auf Ausstellungen macht der Bobtail Furore, sondern nach wie vor beweist er seine Qualitäten als Arbeitshund. Es gibt Vertreter dieser Rasse, die im Rettungsdienst, als Fährtenhund, im Breitensport (Agility, Flyball, Obedience) ihre Qualitäten beweisen. Darüber hinaus bewährt sich der OES als Familienhund, wobei er die Familie als seine Herde betrachtet, sie zusammenhält, beschützt und sich selbst als vollwertiges Familienmitglied fühlt.

Eigenschaften

Unter den britischen Hütehunden ist der Bobtail der größte und beeindruckenste Hund. Kompakt, kräftig, muskulös, quadratisch, starkknochig, überreichlich mit Fell bedeckt und von großer Kraft und Ausdauer – das sind die äußeren Merkmale, die sofort ins Auge fallen. 

Der vielleicht auf den ersten Blick etwas behäbige Eindruck täuscht völlig darüber hinweg, zu welchen ungestümen Energiebündeln sich die Bobtails in ihrer unendlichen Lebensfreude entwickeln können. Für die Arbeit konstruiert, erreichen die OES nicht nur Kraft, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit, sondern auch eine unglaubliche Ausdauer. 

Die Charaktereigenschaften des Bobtail sind mit den Begriffen anhänglich, freundlich, gutmütig, aufmerksam, zuverlässig, humorvoll und friedlich am besten beschrieben. 

Angeboren ist ihm der Hütetrieb. So werden die meisten Bobtails einen einzelnen davongehenden Menschen versuchen einzufangen und wieder zur „menschlichen Herde“ zurückzutreiben. Unerträglich für ihn ist wenn seine Herde sich trennt und in verschiedene Richtungen geht. Genauso wird er nie davon laufen um zu wildern, jagen oder streunen. Sein Beschützerinstinkt für schwache, hilflose Kreaturen ist ihm angeboren. 

Bei aller Friedfertigkeit weiß er aber doch auch seine Familie zu schützen. Der Spieltrieb dieser Rasse bleibt bis ins hohe Alter erhalten. Bobtails können gut und gerne 12 – 13 Jahre alt werden. 

Als geborener Komiker und Stubenclown liegt er eben noch friedlich zu Füßen seines Herrn, um bei dem kleinsten Anzeichen von Aktivität sich zu sofortiger Spiellaune aufzuschwingen. 

Der Bobtail ist ein ruhiger und ausgeglichener Hund, der den engen Kontakt zum Menschen sucht und eine intensive Beziehung zu seinen Leuten aufbaut. Er hat einen natürlichen Schutzinstinkt und ist sehr liebevoll im Umgang mit Kindern. 

Er ist frei von Aggressionen und hat eine sehr hohe Reizschwelle. Dennoch kann er auch temperamentvoll und überschäumend sein, wenn er nicht genügend Bewegung bekommt. Der Bobtail ist sehr selbstbewusst, von einer liebenswerten Sturheit und benötigt daher eine konsequente Erziehung. Er ist aber auch sehr intelligent und gelehrig.

Pflege

Das üppige Haarkleid des Bobtails verlangt eine zeitintensive Pflege. Der Bobtail sollte möglichst einmal wöchentlich 2 – 3 Stunden gründlich gebürstet werden. 

Ein verfilzter Bobtail ist kein schöner Anblick und zeugt von der Charakterlosigkeit seines Herrchens. 

Wer sich einen Bobtail kaufen möchte, bei dem sollte es Liebe auf den ersten Blick sein, dann sollte man sich über alle Vor- und Nachteile klar werden. Anschließend sollte man sich einen nassen Bobtail ansehen, wer ihn dann noch schön findet, für den ist er der Hund fürs Leben.

 

OES 02

 

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SHE 03Sheltie Rassestandard

FCI-Standard-Nr. 88 vom 23.08.2013 /DE
Ursprungsland: Großbritannien

ÜBERSETZUNG:
Drs. Franz und Katrin Riemann, unter Mitwirkung des Schweizer Shetland Sheepdog Club und von Herrn Uwe H. Fischer. Überarbeitet und ergänzt Christina Bailey.

URSPRUNG: Grossbritannien.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDES: 19.08.2013.

VERWENDUNG: Gesellschafts- und Hirtenhund.

KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde).
Sektion 1 Schäferhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Kleiner, langhaariger Arbeitshund von grosser Schönheit, frei von Plumpheit und Grobheit, geschmeidiges und graziöses Gangwerk. Umrisslinie symmetrisch, so dass kein Teil unproportioniert erscheint. Das reichliche Haarkleid, die üppige Mähne und Halskrause und ein schön geformter Kopf mit einem lieblichen Ausdruck verbinden sich zum idealen Erscheinungsbild.

WICHTIGE PROPORTIONEN:
Schädel und Fang gleich lang, Teilungspunkt ist der innere Augenwinkel.
Vom Schultergelenk zu den Sitzbeinhöckern geringfügig länger als die Widerristhöhe.

VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN):
Wachsam, sanft, intelligent, kräftig und lebhaft. Liebevoll und verständig gegenüber seinem Herrn, reserviert gegenüber Fremden, niemals nervös.

KOPF:
Kopf edel und elegant ohne Übertreibungen; von oben oder von der Seite gesehen wie ein langer, stumpfer Keil, der sich von den Ohren zur Nase hin verjüngt. Breite und Tiefe des Schädels steht im Verhältnis zur Länge von Schädel und Fang. Das Ganze muss in Anbetracht der Grösse des Hundes bewertet werden.

OBERKOPF:
Schädel: Flach, mäßig breit zwischen den Ohren, ohne dass das Hinterhauptbein hervorragt. Die Oberlinie des Schädels ist parallel zur Oberlinie des Fangs.
Stop: Leicht, aber deutlich erkennbar. 


GESICHTSSCHÄDEL:
Der characteristische Ausdruck wird durch die vollkommene Harmonie in der Verbindung von Schädel und Vorgesicht, durch Form, Farbe und Platzierung der Augen und durch die richtig angesetzten und korrekt getragenen Ohren erreicht.
Nasenschwamm: Schwarz.
Lefzen: Schwarz, fest geschlossen.
Kiefer / Zähne: Kiefer ebenmässig, glatt geschnitten, kräftig, mit gut entwickeltem Unterkiefer. Zähne gesund mit einem perfekten, regelmässigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe in engem Kontakt über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Ein vollständiger Satz von 42 richtig platzierten Zähnen ist höchst wünschenswert.
Backen: Flach, glatt in den gut gerundeten Fang übergehend.
Augen: Mittelgross, schräg eingesetzt, mandelförmig mit schwarzen Lidrändern. Dunkelbraun, ausser bei den Blue Merles, wo ein oder beide Augen blau oder blau gesprenkelt sein dürfen.
Ohren: Klein und am Ansatz mässig breit, auf dem Schädel ziemlich eng zusammenstehend. Im Ruhezustand werden sie zurückgelegt getragen; wenn der Hund aufmerksam ist werden sie nach vorne gebracht und halb aufrecht, mit nach vorne kippenden Spitzen getragen. 

HALS:
Muskulös, gut gebogen, von ausreichender Länge, um eine stolze Kopfhaltung zu ermöglichen.

KÖRPER:
Rücken: Gerade mit anmutig gerundeten Lenden.
Kruppe: Allmählich nach hinten abfallend.
Brust: Tief, bis zu den Ellenbogen herabreichend. Rippen gut gewölbt, in der unteren Hälfte schmal zusammenlaufend, um den Vorderläufen und den Schultern eine freie Bewegung zu ermöglichen.

RUTE:
Tief angesetzt. Die zur Spitze hin dünner werdenden Wirbelknochen reichen bis zu den Sprunggelenken. Die Rute ist reichlich mit Haar bedeckt und weist einen leichten Aufwärtsschwung auf. Sie darf in der Bewegung leicht erhoben werden aber niemals über die Rückenlinie hinaus. Auf keinen Fall geknickt.

GLIEDMAßEN

VORDERHAND:
Vorderläufe von vorn gesehen gerade, muskulös und ebenmässig geformt, mit kräftigen aber nicht schweren Knochen.
Schultern: Sehr gut zurückliegend. Am Widerrist nur durch die Wirbel getrennt, liegen die Schulterblätter dann schräg nach außen, um der gewünschten Wölbung der Rippen Platz zu bieten. Schultergelenke gut gewinkelt.
Oberarm: Oberarm und Schulterblatt ungefähr gleich lang.
Ellenbogen: Abstand vom Boden zu den Ellenbogen gleich dem Abstand von den Ellenbogen zum Widerrist.
Vordermittelfuß: Kräftig und geschmeidig.

HINTERHAND:
Oberschenkel: Breit und muskulös, Femur im rechten Winkel im Becken eingesetzt.
Kniegelenk: Mit deutlicher Winkelung.
Sprunggelenk: Gut geformt und gewinkelt, tiefstehend, mit kräftigen Knochen. Sprunggelenk von hinten gesehen gerade.

PFOTEN: Oval, mit gut gepolsterten Ballen; Zehen gewölbt und eng aneinander liegend.

GANGWERK: Geschmeidig, fliessend und anmutig, mit Schub aus der Hinterhand, dabei größtmögliche Distanz bei geringster Anstrengung zurücklegend. Passgang, kreuzende oder wiegende Gangart oder steife, stelzende Auf- und Abwärtsbewegung sind höchst unerwünscht.

HAARKLEID:

HAAR: Doppelt, das äußere Deckhaar besteht aus langem, hartem und geradem Haar; Unterwolle weich, kurz und dicht. Mähne und Halskrause sehr üppig. Vorderläufe gut befedert. Hinterläufe oberhalb der Sprunggelenke stark, unterhalb ziemlich kurz und glatt behaart. Das Gesicht ist kurzhaarig. Das Haar soll gut dem Körper angepasst sein und nicht dominierend oder die Außenlinie des Hundes beeinträchtigen. Kurzhaarige Exemplare sind höchst unerwünscht.

FARBE
Zobelfarben: Reinfarben oder in Schattierungen von hellem Gold bis zum satten Mahagoni, wobei die Schattierung kräftig getönt sein soll. Wolfsfarbe und Grau sind unerwünscht.
Dreifarbig: Tiefschwarz am Körper, vorzugsweise mit satten, lohfarbenen Abzeichen.
Blue Merle: Klares, silbriges Blau, mit schwarzer Sprenkelung und Marmorierung. Satte, lohfarbene Abzeichen werden bevorzugt, ihr Fehlen wird jedoch nicht bestraft. Große schwarze Flächen, schieferfarbener oder rostfarbener Anflug, sowohl im Deckhaar wie auch in der Unterwolle, sind höchst unerwünscht. Der Gesamteindruck muss von Blau geprägt sein.
Schwarz Weiß und Schwarz mit Loh: Sind ebenfalls anerkannte Farben. Weiße Abzeichen dürfen (außer bei Schwarz mit Loh) als Blesse, am Halskragen, an der Brust, an der Halskrause, an den Läufen und an der Spitze der Rute vorhanden sein. Das Vorhandensein all dieser oder einiger dieser weißen Abzeichen soll bevorzugt werden (außer bei Schwarz mit Loh). Das Fehlen dieser Abzeichen soll nicht bestraft werden. Weiße Flecken am Körper sind höchst unerwünscht.

GRÖßE
Ideale Widerristhöhe:
Rüden 37 cm,
Hündinnen 35,5 cm.
Eine Abweichung um mehr als 2,5 cm über oder unter diese Maße ist höchst unerwünscht.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:

  • Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde 
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

NB:

  • Rüden müssen zwei offensichtlioch normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. 
  • Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

SHE 01Auf den vor Schottland liegenden Shetland- Inseln sind Tiere von kleinem Wuchs zu

Hause, von den Shetland-Ponys bis hin zu den Zwergschafen. Es ist somit einleuchtend, dass die Schäfer und Bauern dieser Region für das Bewachen ihrer kleinen Schafe und die sonstigen Arbeiten die für einen Hofhund so anfallen, auch einen Schäferhund von kleinem Wuchs, Genügsamkeit und Zähigkeit wählten. So wurde der Shetland Sheepdog gezüchtet. Bei der Zucht achtete man kaum auf das Äußere, man benötigte intelligente, gelehrige, flinke kleine Kameraden, die nicht zu teuer im Futter und fähig waren, in den schlechtesten Wetterbe- dingungen, dank ihres dichten Haarkleides, draußen zu arbeiten. Das unwirtliche Klima und die Kargheit der Shetlands haben den Charakter dieses Hundes geprägt. Außerordentlich genügsam, zuverlässig, unverbildet und intel- ligent, passt er sich den jeweiligen Lebensumständen ideal an. Von jeher Hütehund, ist er ein zuverlässiger Wächter, der sich als angenehmer Haus- und Kinderfreund bewährt. 

Shelties besitzen das attraktive Äußere ihrer größeren „Verwandten“, der Langhaarcol- lies. Neben den äußerlichen Gemeinsamkeiten tragen aber die Unterschiede, u.a. Größe, Ausdruck und Charakter dazu bei, sie zu einer eigenständigen Rasse mit unwiderstehlichem Charme zu machen. 

In England, Amerika und Japan haben Shelties die Beliebtheit der Collies übertroffen. In Deutschland werden in das Zuchtbuch des Clubs für Britische Hütehunde e.V. jährlich ca. 600 Shelties eingetragen. 

Shelties sind trotz ihrer Idealgröße von ca. 37 cm Schulterhöhe für Rüden (ca. 9 kg) und 35,5 cm für Hündinnen (ca. 6,5 kg) keine Schoß-, sondern robuste Arbeitshunde. Sie gehorchen willig und lesen ihren Besitzern beinahe jeden Wunsch von den Augen ab. In nur wenigen Übungsstunden lernen sie die not- wendigen Anstandsregeln. In Großbritannien und in den USA legen Shelties aufgrund ihrer Arbeitswilligkeit und Intelligenz mit viel Erfolg Gehorsamkeitsprüfungen ab. In Deutschland ist es vor allem die Ausbildung zum Begleithund, die die Rasse mit Bravour absolviert. Auch für Agility scheinen Shelties geradezu „geboren“ zu sein und diese Sportart erfreut sich deshalb in den Kreisen der Sheltie-Besitzer immer größerer Beliebtheit. Laufen, balancieren und Springen, das ist sein Metier. Hier kann er zeigen was in ihm steckt und die Erfolge auf diesen Wettbewerben geben ihm recht. 

Die Vorsicht der Shelties Unbekannten gegenüber ist ein Erbe aus der Hütehundzeit, doch haben sie einmal Freundschaft geschlossen, ist sie unzerbrechlich. Ihre Unbestechlichkeit macht sie zu idealen Wächtern des Hauses, die bellend jeden Eindringling ankündigen. 

Mit ihresgleichen verstehen sie sich ausgesprochen gut. Shelties sind keine Raufer. Wildern kennen sie nicht, dafür kann das Stöckchen werfen zu einer Leidenschaft werden. Zwar lieben Shelties ein harmonisches Leben in ihrer Familie, meist ist es aber eine Person, der sie sich bedingungslos anschließen. Im Haus folgen sie unaufhörlich ihrem Besitzer. Den ganzen Tag allein gelassen, würden sie seelisch verkümmern. Mit Kindern aufgewachsen, wird sich ein Sheltie von den kleinen, zweibeinigen Lebensgefährten geduldig alles gefallen lassen. Verantwortungsbewusste Eltern sollten aber aufpassen, dass der Hund nicht zu viel ertragen muss.

Der Sheltie-Charakter:

Der Sheltie ist ein fröhlicher kleiner Clown, der immer zu Spiel und Spaß aufgelegt ist. Er besitzt sehr viel Charme und Intelligenz. 

Ein Sheltie begreift sehr schnell, lernt im Handumdrehen die ausgefallensten Tricks, die er ein Leben lang nicht mehr vergisst. Das macht ihn zu einer der arbeitswilligsten und ausbildungsfähigsten Rassen auf dieser Welt. 

Gerade in den Ländern, wo Hunde für Gehorsamkeitsprüfungen ausgebildet werden, ist die Rasse sehr beliebt. 

Der Sheltie ist immer bemüht, seinem Be- sitzer jeden Wunsch von den Augen abzulesen und er ist überglücklich, wenn er für eine Sa- che, die er gut gemacht hat, ausgiebig gelobt wird. Dank dieser Eigenschaft ist die Erziehung auch für einen Anfänger leicht zu bewältigen. 

Meist genügt schon das Erheben der Stimme oder der drohende Zeigefinger um ihn bei seinem Tun zu korrigieren bzw. von etwas Unerwünschtem abzuhalten. 

Auf harte und strenge Erziehung reagiert der Sheltie sehr sensibel, sie kann dadurch sogar ins negative umschlagen. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass es sich beim Sheltie um einen Schoßhund handelt. Ein Sheltie, der beim Züchter richtig aufgezogen wurde, hat ein korrektes Wesen und ist ein ruhiger kleiner Arbeitshund, der das tägliche Leben ohne Probleme mit uns teilen möchte. Der Sheltie ist fröhlich und ausgelassen, wenn sein Besitzer gute Laune hat, er ist zurückhaltend, wenn er mitbekommt, dass sein Besitzer beschäftigt ist und er ist traurig, wenn es einem schlecht geht. Man kann daher sagen, dass es sich um eine sehr einfühlsame Rasse handelt.

Für wen eignet sich ein Sheltie?

Der Sheltie ist zufrieden, wenn er ständig bei seinem Besitzer dabei sein kann. Er ist daher nicht nur der ideale Partner für ältere und alleinstehende Menschen, sondern fühlt sich gleichermaßen in einer lebhaften Familie wohl. Er hat sehr viel Elan, ist voller Energie und daher ein ausdauernder Spielkamerad für jedes Kind. Auch für Behinderte ist er aufgrund sei- nes Einfühlungsvermögens der ideale Begleiter. 

Dank seiner idealen Größe ist es auch kein Problemden Shelties in kleineren Wohnungen zu halten, vorausgesetzt, man verschafft ihm den nötigen Auslauf bei ausgiebigen Spaziergängen. 

Sportliche Menschen werden ihre reine Freude an einem Sheltie haben, da er ein sehr guter Begleiter auf Wanderungen und Waldläufen ist.

 

SHE 02

 

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